Kultursplitter #17

Die kälteste Nacht des Jahres ist überstanden – jetzt geht es temperaturmäßig hoffentlich wieder aufwärts. Die Kunst- und Kulturszene hat sich jedoch von den eisigen Temperaturen nicht unterdrücken lassen und wartet auf mit spannenden Ausstellungseröffnungen.

„Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ in der Pinakothek der Moderne in München

Morgen ist es soweit – die lang ersehnte Paul Klee-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne mit 130 Leihgaben aus unterschiedlichen Sammlungen eröffnet für das Publikum. Zum ersten Mal zeigt die Pinakothek der Moderne eine Sonderausstellung zum Werk Paul Klees. In der Ausstellung stehen besonders die 1920er Jahre, Klees Staatliche Bauhaus-Zeit, im Vordergrund. Betitelt als „Konstruktion des Geheimnisses“ möchte die Ausstellung auf die experimentellen Arbeiten Klees eingehen, welche die Grenzen zwischen Rationalen und Geheimnisvollen vor dem Hintergrund der Industrialisierung und technischen Neuerungen ausloten und überschreiten. Eine umfassende Berichterstattung zur Ausstellung ist zusätzlich bei PROXIPEDIA zu finden. 

Thomas Gainsborough Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle startet Anfang März

Ebenfalls am Freitag, 2. März eröffnet die neue Sonderausstellung der Hamburger Kunsthalle „Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft“. Der englische Maler erhält somit in Deutschland seine erste große monographische Ausstellung, die sich nicht seiner Porträtmalerei, sondern seiner Landschaftsmalerei widmet. Mit insgesamt etwas 80 Werken trägt die Hamburger Kunsthalle Werke aus einer Vielzahl von großen Sammlungen zusammen, wie der National Gallery in London oder der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München. Aufgeteilt in drei Themenkapitel wird Gainsboroughs Werk als Landschaftsmaler analysiert. Die Ausstellung knüpft an die lange Tradition der Hamburger Kunsthalle an immer wieder die Zeit des Umbruchs um 1800 als Beginn der Moderne in den Fokus zu rücken.

Mittelrhein Museum Koblenz zeigt neue Sonderausstellung zu Robert Schneiders Malerei

Robert Schneider wurde 1944 in der Nähe von Freiburg im Breisgau geboren. Ende der 1960er Jahre entschied sich der Künstler für die gegenständliche Malerei. Mit dieser Ausstellung präsentiert das Mittelrhein Museum einen Überblick über sein Schaffen der letzten 20 Jahre, das in diesem Umfang erstmals öffentlich zugänglich ist. Gezeigt werden ab Samstag, 3. März über einhundert Acrylmalereien sowie ausgewählte Zeichnungen. Als politisch denkender Mensch reflektiert Schneider die Geschichte des 20. Jahrhunderts, das geprägt war von infernalischen Kriegen, menschenverachtenden Ideologien und Diktaturen. Zudem beobachtet er die aktuellen Krisenherde, den Terrorismus und die ökologischen Zerstörungen durch die Industrialisierung und Ausbeutung der Natur.

Museum der Kulturen Basel feiert 125-jähriges Bestehen

Das Museum der Kulturen Basel ist 125 Jahre alt. Das Jubiläum wird für die Besucherinnen und mit den Besuchern gefeiert. Jeden Monat gibt es ein ganz besonderes Highlight. Einmalig wird die Jubiläumsausstellung «Wünsch dir was – 125 Objekte zum 125. Geburtstag»: Die Bevölkerung bestimmt, was ab September zu sehen sein wird. Es ist ein Experiment für beide Seiten und auch eher ungewöhnlich in der Museumswelt. Alle Kulturen verstehen zu feiern – wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Diese Diversität spiegelt sich im Jubiläumsprogramm wieder. Bei manchen Highlights lässt sich wunderbar entspannen, bei anderen aktiv mitmachen. Verschiedene Kooperationspartner aus teils ganz anderen Sparten wie Musik und Sport bereichern das Angebot. Den Schlusspunkt des Jubiläumsjahres setzt die Stabsübergabe an das Basler Münster, das 2019 seine Einweihung von vor 1000 Jahren feiert. Das Thema des Tages: übersetzen. Mit einem Schiff setzt das Museum ins Kirchenschiff des Münsters über und beide bekräftigen damit symbolisch die Wichtigkeit des Übersetzens in der Ethnologie und Theologie. Dazu gehört auch die große nachbarschaftliche Verbundenheit.

Lübecker Brahms-Institut stellt neues Digitalisierungsprojekt vor

Joseph Joachim war einer der berühmtesten Geiger des 19. Jahrhunderts und einer der engsten Freunde von Johannes Brahms. Teile seines Nachlasses gehören zu den bedeutendsten Schätzen im Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Die wertvollen Materialen konnten, dank Unterstützung der Hermann Reemtsma Stiftung, in einem zweijährigen Projekt erschlossen und digitalisiert werden. Mit einem Festakt im Lübecker Brahms-Institut am Mittwoch, 21. März um 19 Uhr wird das Digitalisierungsprojekt nun vorgestellt und für die Öffentlichkeit freigeschaltet.

Letztes Werk von Ellsworth Kelly vollendet

Das Blanton Museum of Art in Texas, USA, vollendete nun das letzte Werk des US-amerikanischen Künstlers Ellsworth Kelly. In den 1980er Jahren hat Kelly einen Entwurf für ein kappellenartiges Gebäude angefertigt und kurz vor seinem Tod 2015 dem Museum überlassen. Dies führte nun die Arbeit aus, die insgesamt 250 qm umfasst und mit Glasfenstern aus München versehen ist. Innerhalb des Gebäudes sind 14 schwarz-weiße Marmortafeln sowie eine Holzskulptur zu finden.

Neunter „Tag der Archive“ lockt Besucher an

Am Wochenende des 3. und 4. März findet der neunte bundesweite „Tag der Archive“ statt. Der vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare ausgerufene Tag lädt zu Tagen der offenen Tür am Wochenende und zahlreichen Veranstaltungen, wie Ausstellungen, Führungen und Vorträgen, ein. Bundesweit laden viele hundert Archive unterschiedlichster Archivsparten an den Aktionstagen in ihre Institutionen ein. Der alle zwei Jahre stattfindende „Tag der Archive“ soll die öffentliche Aufmerksamkeit ganz besonders auf die gesellschaftlichen Funktionen der Archive lenken. Diese bewahren das Geschehen für nachfolgende Generationen und sind verlässliche Informationsquellen. Der diesjährige „Tag der Archive“ steht unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Große Staatsarchive beteiligen sich ebenso wie die örtlichen Kommunalarchive; Kirchenarchive finden sich im Veranstaltungskalender neben Universitäts-, Parlaments- und Wirtschaftsarchiven. Dazu kommen Adels-, Medien- und Parteiarchive sowie Archive von Verbänden, Stiftungen und wissenschaftlicher Institutionen.

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