Kultursplitter #16

Aschermittwoch – die Faschingszeit ist vorbei und der Alltag hat die Narren wieder im Griff. In der Kunst- und Kulturszene passiert jedoch immer wieder etwas Spannendes und Neues. Deshalb hier unser neuer Kultursplitter.

Ausschreibung des Arbeitsstipendiums der Casa di Goethe in Rom

Das durch die Uwe und Karin Hollweg Stiftung Bremen geförderte Stipendium der Casa di Goethe in Rom ermöglicht Autoren, Wissenschaftlern und Publizisten, die sich in ihrer Arbeit dem deutsch-italienischen Kulturaustausch widmen, zwei bis vier Monate in den neuen Räumen des römischen Hauses zu leben und zu arbeiten. Seit der Erweiterung der Casa di Goethe im Jahr 2012 steht den Stipendiaten dort ein Appartement zur Verfügung. Ermöglicht wird den Stipendiaten hier der Arbeitsaufenthalt an einem historischen Ort: in der ehemaligen Wohnung von Goethe, Tischbein und anderen Künstlern. Heute sind diese Räume ein Zentrum des deutsch-italienischen Kulturdialoges. 

Der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI ist ein 1967 auf Initiative des Bundesinnenministers gegründeter Verbund von derzeit 37 national und international angesehenen, selbständigen Kultur- und Forschungsinstituten, die durch eine wertvolle Sammlung in besonderem Maße die Qualität und Vielfalt des kulturellen Deutschlands repräsentieren. Der AsKI e.V. ist Träger der Casa di Goethe in Rom, des einzigen deutschen Museums im Ausland. Die Bewerbung ist bis zum 30.03.2018 möglich. 

Neues Museum in Nürnberg färbt in Kunstaktion Schnee bunt

Auf dem Platz vor dem Neuen Museum in Nürnberg startete der Südtiroler Künstler Philipp Messner letzte Woche die Kunstaktion „CLOUDS“. Verschiedenfarbiger Kunstschnee aus Lebensmittelfarben wurde auf dem Klarissenplatz gesprüht. Damit die Schneekanone überhaupt Kunstschnee erzeugen konnte, musste die Außentemperatur mindestens Minus drei Grad betragen. Die Spuren, welche von Passanten oder Tieren durch den Schnee gezogen wurden, sind gewollt und Messner forderte ausdrücklich dazu auf.„CLOUDS“ beschäftigt sich mit unseren Vorstellungen von Künstlichkeit und Realität. Das Projekt ist zugleich Kommentar und Dekonstruktion dessen, was von uns als (natürliche) Umwelt wahrgenommen wird. Der farbige Schnee verweist hierbei auf das Phänomen von natürlich erscheinenden, aber künstlich hervorgebrachten Realitäten. 

Archäologen graben in Warendorf: Wiederentdeckung der mittelalterlichen Landwehr

Unter der Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben Archäologen in Warendorf im Bereich einer mittelalterlichen Landwehr gegraben. Dabei entdeckten sie einen Wall und zwei Gräben. Im Vorfeld einer Erschließung und Bebauung eines neu ausgewiesenen Gebiets führten Archäologen mehrere Probegrabungen durch, um den genauen Verlauf der Warendorfer Landwehr festzustellen. Landwehren bestehen aus einer Abfolge von Wällen und Gräben. Seit dem Spätmittelalter wurden sie um Dörfer, Städte und die umliegenden Felder errichtet und dienten als Schutz vor Verwüstung. Westlich von Warendorf entdeckten die Forscher einen Wall und zwei anliegende Außengräben. Die Gräben waren stellenweise bis zu 1,9 m tief. In dem untersuchten Areal liegen die Überreste der Landwehr unter einem heutigen Weg verborgen. In den Gräben fanden die Archäologen Keramikscherben aus dem späten Mittelalter, die einen Anhaltspunkt für die Datierung der Anlage liefern. Die Warendorfer Landwehr wird im Jahr 1371 erstmals schriftlich erwähnt. 

Bau der Zweigstelle des Victoria and Albert Museum in Dundee abgeschlossen

Am 15. September findet die Eröffnung der Filiale des Victoria and Albert Dundee statt. Das Gebäude hierfür ist schon fertig gestellt, aber bis zur Eröffnung wird noch einiges erledigt werden müssen. Der Architekt Kengo Kuma hat das Gebäude so entworfen, dass es wie Schiffe an das Ufer gelegt ist. Das V&A Dundee wird das erste Designmuseum Schottlands und soll neben Ausstellungen aus dem V&A London die Designlandschaft Schottlands erkunden. Über 300 Objekte werden zu sehen sein.

Ausstellung im Kieler Flandernbunker endet am 25. Februar

Die vielbeachtete Ausstellung „NAWODO – verlorenes Südseeparadies“ von Manuel Zint im Flandernbunker geht in den Endspurt. Nur noch bis 25. Februar haben Besucher Gelegenheit sich die Ausstellung anzusehen. Die Ausstellung vom scheinbaren Südseeparadies auf der Insel Navodo, die als ausgebeutetes Kolonialgebiet später Nauru genannt wurde, wird hier präsentiert. Listig führt einen der Itzehoer Künstler Manuel Zint mit dieser Schau an allen Ecken und Kanten aufs historische Glatteis. Dabei verfälscht er liebevoll Fakten, etwa bei der kaiserlichen „Hunnenrede“ oder bei Schlachtschiffen und Kriegsdenkmalen, wie beim Laboer Ehrenmal. Hintergrund der launigen Kunstwerke ist der meist eher ernste Umstand, dass verfälschte Fakten oft ein Bestandteil von Kriegs- und Kolonialpolitik waren und sind – bis hin zum modernen Massenphänomen der Fake-News im virtuellen Netz. Sehenswert, also nichts wie hin!

Käthe-Kollwitz-Preis 2018 der Akademie der Künste geht an die Amerikanerin Adrian Piper

Die amerikanische Künstlerin Adrian Piper erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2018. Mit dieser Auszeichnung ehrt die Akademie der Künste eine international arbeitende Künstlerin und analytische Philosophin, die seit Mitte der 1960er Jahre die amerikanische Konzeptkunst maßgeblich mit geprägt hat. Mit Themen wie Geschlecht und Rasse erweiterte Piper das Spektrum der Konzeptkunst und des Minimalismus der ersten Generation. Damit hinterfragte sie die politischen Bedingungen für die Produktionsprozesse von Kunst sowie deren Rezeption und Bedeutung. Ihre einstige Aussage „the power of art is unlimited for social change“ hat heute weder an Kraft noch an Aktualität verloren. Ihre Formensprache und die darin enthaltene Poesie berühren auch ein der Konzeptkunst weniger zugeneigtes Publikum. Sie hat den Blick auf die afro-amerikanische Kunstszene nachhaltig geprägt und der weiß-männlichen Sichtweise auf Kultur im Allgemeinen den Spiegel vorgehalten. Die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Herbst 2018 in Berlin verliehen. Anlässlich der Preisvergabe zeigt die Akademie der Künste auch eine Ausstellung am Pariser Platz. 

Eröffnung der Sonderausstellung der Shortlist des Jubliäumsfonds der Dornbirner Sparkasse

Der Jubiläumsfonds 2017 der Dornbirner Sparkasse fördert Künstlerinnen und Künstler der Bildenden Kunst, die mit der Stadt Dornbirn beziehungsweise mit dem Land Vorarlberg eng verbunden sind. 83 Künstlerinnen und Künstler nutzten 2017 die Gelegenheit und boten insgesamt fast 300 Werke/ Werkreihen zum Ankauf an. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren, an dem eine Fachjury und eine Vergabekommission mitwirkten, wurden die einge­reichten Werke/Werkreihen begutachtet. 12 Künstlerinnen und Künstler kamen schließlich in die engere Auswahl, die Shortlist, die nun im Stadt­museum Dornbirn zu sehen ist. Unter dem Titel „ZWÖLF AUS DREIUNDACHTZIG“ werden die Werke von Thomas Bohle, Marbod Fritsch, Egmont Hartwig, Christian Helbock, Thomas Hoor, Christine Katscher, Claudia Larcher, Christoph Luger, Sabine Marte, Norbert Pümpel, Liddy Scheffknecht, Bianca Tschaikner ausgestellt.

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