Basquiat. Boom for Real

„I wanted to be a star. Not a gallery mascot.“ – Jean-Michel Basquiat

Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt
16. Februar 2018 bis 27. Mai 2018
Nach über 30 Jahren seit der letzten Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland, zeigt die Schirn Kunsthalle Frankfurt das Werk des US-amerikanischen Künstlers Jean-Michel Basquiat (1960-1988). Mehr als 100 Werke aus öffentlichen wie privaten Sammlungen sowie seltene Filme, Fotografien, Musik und Archivmaterial werden präsentiert.

Begleitbuch zur Ausstellung

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Jean-Michel Basquiat, ein Künstler ohne akademische Ausbildung, aufgewachsen im New York der 1960er Jahre entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Begonnen hat der Künstler seine Karriere im Lower Manhattan Ende der 1970er Jahre als er gemeinsam mit Al Diaz – einem Schulkameraden – unter dem tag „SAMO©“ Aphorismen auf Häuserwände verteilte. Die Graffitis der beiden unterschieden sich von allen, die New York zu dieser Zeit bedeckten, indem sie nicht nur ihren Namen sprühten, sondern politische und kritische Nachrichten hinterließen. Nachdem das mysteriöse Künstlerpseudonym aufgeflogen war und Al Diaz und Jean-Michel Basquiat getrennte Wege gingen, lief die Karriere von Basquiat richtig an.

Den Nerv der Zeit treffend und zur richtigen Zeit am richtigen Ort, passte Basquiat perfekt in die Umgebung des Post-Punk-Undergrounds. Er arbeitete mit allen Materialien, die ihm unterkamen – Postkarten, Kleidung, Türen, Fenster und Leinwände. Ebenso gelangte er in die Künstler- und Kreativszene von SoHo und der Lower East Side und kollaborierte mit Filmemachern, Musikern und anderen Künstlern, wie Debbie Harry, Keith Haring und Andy Warhol. Außerdem begnügte sich der vielseitige und vielfach beeinflusste Künstler nicht nur mit der Malerei. Multidisziplinär spielte er beispielsweise in der experimentellen Band Gray, nahm die Hip-Hop-Platte „Beat Bop“ auf, legte als DJ im Mudd-Club auf und spielte im Film „New York Beat“ mit.

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Die Kunstwerke Jean-Michel Basquiats sind impulsiv, rücksichtslos und ehrlich. Mit immer wiederkehrenden Elementen und Symbolen, wie das Copyright- und Trademarkzeichen sowie die Krone, werden seine Gemälde zu rätselhaften Erfahrungen für die Betrachter. Zusätzlich zu kräftigen Farben ziehen sich Schrift- und Textfragmente durch sein Œuvre. Die Kunstwerke wirken wie große Notizzettel. Basquiat ist äußerst belesen, hat ein unglaubliches enzyklopädisches Interesse und spielt mit diesem Wissen und der Sprache. Aus den Einflüssen der klassischen Kunstgeschichte, schwarzen Sportlern, die unterdrückte Rolle der Afroamerikaner, dem Konsumwahn der Zeit, der Musik wie Jazz und Blues, Filmen und dem Fernsehen entwickeln sich seine künstlerischen Arbeiten. Er collagiert, sampelt und experimentiert mit Dingen, die er findet. Das kommt in den 1980er Jahren an.

 

„New York/New Wave“ heißt die Ausstellung von Diego Cortez im P.S. 1, die ihn 1981 zum ersten Mal in einem Galeriekontext zeigt. Danach geht es rasant – Einzelausstellungen, Gruppenausstellungen und die Teilnahme als jüngster Künstler an der documenta 1982 folgen. Bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1988 mit nur 27 Jahren machte das Künstlergenie sich bereits zu Lebzeiten in der Kunstwelt mit seinem einzigartigen Stil unvergessen.

 

Die Schirn Kunsthalle widmet sich dem Werk Basquiats in seiner Umfänglichkeit, Multimedialität und Multidisziplinarität, die den kulturellen Zusammenhang zwischen seinen künstlerischen Einfluss und Materialien deutlich macht und zeitgleich in den kunsthistorischen Kontext setzt. Zuvor zeigte die Barbican Art Gallery in London die Ausstellung. Anlässlich der Ausstellung gibt es eine Publikation mit dem gleichnamigen Titel „Basquiat. Boom for Real“.

Highlights der Ausstellung
Beschriftung

Jean-Michel Basquiat, Dos Cabezas, 1982, Acrylic and oil stick on canvas with wooden supports, Private collection, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York

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Rammellzee vs. K-Rob, produced and with cover artwork by Jean- Michel Basquiat, ‘Beat Bop’, 1983, Vinyl record and slip cover, Collection of Jennifer Von Holstein, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat, Licensed by Artestar, New York

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Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982, Acrylic and oil on linen, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat, Licensed by Artestar, New York, Courtesy Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Foto: Studio Tromp, Rotterdam

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Jean-Michel Basquiat, Untitled (Pablo Picasso), 1984, Oil, acrylic and oil stick on metal, Private collection, Italy, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York

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Jean-Michel Basquiat, Untitled (Crown), 1982, Acrylic, ink and paper collage on paper, Private collection, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018 & The Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York