Wie kommt die Welt ins Kinderzimmer?

Schulmuseum Friedrichshafen, Friedrichshafen

Bücher, Baukästen und Bildschirme

Sonderausstellung im Schulmuseum Friedrichshafen
27. Juni – 17. März 2019

Schule oder Kinderzimmer – oder ganz woanders? Ein Blick in die Spiel- und Lernwelten der Jahrhunderte

Das Schulmuseum Friedrichshafen stellt sich und seinen Besuchern in seiner aktuellen Sonderausstellung die Frage „Wo haben wir wirklich gelernt?“. Spiel bedeutete schon in der Steinzeit Aneignung der Welt. Und über die Jahrtausende haben sich Spielzeuge wie Rasseln, Murmeln oder Ball allenfalls im Material geändert. Es ist kein Geheimnis: Wer spielt, lernt! Und das Lernen verfolgt den Zweck sich die Welt, die einen umgibt anzueignen. Und die ändert sich natürlich mit dem Lauf der Zeit.

Bücher, Baukästen oder Zinnsoldaten holten einst die Welt ins Kinderzimmer. Heute sind längst Tablets und Tutorials die Schlagworte der Generation digital. Die Ausstellung „Wie kommt die Welt ins Kinderzimmer?“ spürt vom 27. Juni bis  zum 17. März 2019 nach, wie im besten Falle nützliches Wissen in die Kinderzimmer transportiert wurde und wird. Mit dem Blick in die Zukunft stellt sich das Schulmuseum dabei auch den aktuellen spannenden Fragen rund um die Digitalisierung im Kinderzimmer und lädt alle Besucher zur aktiven Teilnahme und zum Diskurs ein.

Ausstellungsinhalte vom Mittelalter bis in die Zukunft

Die Kuratorinnen haben sich auf die Spur gemacht, wie und wo Kinder außerhalb der Schule lernten und lernen. Der zeitliche Bogen der Ausstellung reicht vom Mittelalter über die Gegenwart bis in die Zukunft. Ritterspiele, Belehrendes im Zeitalter des Humanismus, Technik und Militär für Jungen sowie Haushalt und schöne Künste für Mädchen Ende des 19. Jahrhunderts, Amerikanisierung der Kinderzimmer nach dem Zweiten Weltkrieg, Tschernobyl als Katastrophenerfahrung in den 1980er Jahren oder Robotisierung – die Ausstellung zeigt Entwicklungen auf, die deutlich machen, wie sich Ereignisse, gesellschaftliche Werte und Ideologien in Spiel und Lernen niederschlagen und in den Kinderzimmern wiederfinden.
Verschiedene Menschen kommen in einem Interviewfilm darüber zu Wort, wo sie wirklich gelernt haben: Der Museumsleiter wurde durch das Elternhaus politisiert, die ehemalige Lehrerin auf dem Bauernhof der Großmutter auf eine pragmatische Distanz zu (Nutz-)Tieren geprägt. Die Architektin erfuhr in ihrer Schulzeit, wie wichtig die geeignete Architektur für das Lernen ist. Und der ehemalige Fußballprofi lernte tatsächlich schon als Kind auf dem Fußballplatz, was Gerechtigkeit bedeutet.
In der grafisch ausgefallenen Gestaltung von Klaus Lürzer aus Götzis / Vorarlberg machen die Besucher eine Zeitreise und erleben gleichzeitig Konstanten der Wissensvermittlung.

Schulmuseum Friedrichshafen

Friedrichshafen

Als eines der größten Museen seiner Art in Deutschland bietet das Schulmuseum Friedrichshafen einen spannenden Streifzug durch die Geschichte der Schule. Drei original eingerichtete Schulzimmer von 1850, 1900 und 1930 und viele, teils sehr skurrile Exponate wie Griffelkästen, Schiefertafeln oder Fingerrechenmaschinen lassen den Besucher hautnah spüren und erleben, wie Unterricht früher war.

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